Kommentar: IFNB Multiple Sklerose-Studie

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Kommentar: IFNB Multiple Sklerose-Studie

R. Hohlfeld, Neurologische Universitätsklinik Großhadern, München


Die Ergebnisse der IFNB Multiple Sclerosis Study Group liegen seit 1993 in publizierter Form vor. 1995 wurden weitere "Follow-up-Daten" dieser Studie publiziert. Insgesamt handelt es sich hierbei insofern um einen Meilenstein, als erstmals mit einem modernen Studiendesign, unter Einschluß kernspintomographischer Verlaufskontrollen, die Wirksamkeit einer immunmodulierenden Substanz bei der schubförmig verlaufenden MS etabliert werden konnte. Sicherlich kommt eine Behandlung mit Beta-Interferon-1b nicht für alle MS-Patienten in Frage, sondern lediglich für eine sorgfältig ausgewählte Untergruppe. Hierbei ist nach den bisherigen Erfahrungen vor allem an Patienten mit häufiger Schubfrequenz (ein oder mehr Schübe pro Jahr) zu denken. Patienten mit einer Anamnese schwerer Depressionen sollten nach jetzigem Kenntnisstand besser nicht mit Beta-Interferon behandelt werden. Andere Beta-Interferon-Präparate, die im Gegensatz zum Beta-Interferon 1-b gentechnologisch in Säugetierzellen hergestellt werden, sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt in den USA und in Deutschland noch nicht für die MS-Therapie zugelassen, obwohl in Studien ebenfalls über günstige Ergebnisse berichtet wurde.

Korrespondenzadresse: Prof. Dr. R. Hohlfeld Neurologische Universitätsklinik Klinikum Großhadern Ludwig-Maximilian-Universität D-81366 München

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