Der A II Rezeptor

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Der A II - Rezeptor

O. Chung, T. Unger, Institut für Pharmakologie, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Deutsches Institut für Bluthochdruckforschung, Heidelberg


Der A II - Rezeptor läßt sich heute in Subtypen klassifizieren, von denen der AT1- und AT2 Rezeptor die wichtigsten sind. Die Existenz von weiteren Rezeptorsubtypen (AT3, AT4) wird derzeit noch kontrovers diskutiert . Neuere Untersuchungen der A II-Rezeptorsubtypen auf pharmakologischer und molekularbiologischer Ebene lassen uns heute die vielfältigen und komplexen physiologischen und pathophysiologischen Auswirkungen der Interaktionen des A II mit seinen Rezeptoren besser verstehen. Die meisten der uns bislang bekannten Wirkungen des A II, wie zum Beispiel die Vasokonstriktion, der Einfluß auf die kardiale Kontraktilität und die glomeruläre Filtration, die Aldosteron- und Vasopressinfreisetzung sowie die Stimulation des Zellwachstums, werden über den AT1-Rezeptor vermittelt1, . Dieser ist ein 7-transmembranäre Domänen aufweisender, G-Protein gekoppelter Rezeptor, der in zwei Isoformen vorliegt und sich vor allem im Gefäßsystem, Gehirn, Herz, den Nieren und den Nebennieren sowie in der Leber und im Darm findet (Tab. 1) , , , , .

Über den AT2-Rezeptor dagegen, ein ebenfalls 7-transmembranärer Rezeptortyp, der mit dem AT1 Rezeptor strukturell wenig verwandt ist und nur zu etwa 32-34% Homologie zu diesem aufweist , , ist bislang nur wenig bekannt; man weiß jedoch, daß er, wenn auch auf bisher noch nicht eindeutig geklärte Art und Weise, Einfluß auf das Zellwachstum sowie die Zelldifferenzierung nimmt2,4 und daß er sich insbesondere in fetalem Gewebe sowie im adulten Organismus vornehmlich in Uterus, Ovarien, Nebennieren, aber auch im Gefäßendothel und Gehirn antreffen läßt1, 2; 3.

Mit relativ kurzer Entwicklungszeit sind in letzter Zeit von einer Reihe pharmazeutischer Firmen spezifische, hochselektive und oral wirksame Hemmstoffe des AT1-Rezeptors entwickelt worden, von denen nun die ersten Vertreter, wie zum Beispiel Losartan und Valsartan, auch in Deutschland auf dem Markt sind. Viele weitere stehen kurz vor der potentiellen Markteinführung (z.B. Candesartan, Irbesartan, Telmisartan, Eprosartan, Tasosartan) und auch an AT2-Rezeptorantagonisten sowie kombinierten AT1- und AT2-Rezeptorantagonisten wird fieberhaft gearbeitet. Ob das Therapieprinzip einer direkten Hemmung der Angiotensinwirkung am Rezeptor wirklich dem der ACE-Hemmer überlegen ist, muß sich jedoch erst noch beweisen. Aufgrund experimenteller Daten könnte man sich jedoch gut vorstellen, daß zum Beispiel die AT1-Antagonisten ein über die reine Blutdrucksenkung hinausgehendes therapeutisches Potential haben.


Korrespondenzadresse: Professor Dr. T. Unger Institut für Pharmakologie Klinikum der Christian-Albrechts-Universität Hospitalstraße 4 24105 Kiel

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