Geschichte
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Chronik von Schöneiche
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13. bis 15. Jahrhundert
- 1250 wird auf dem Gebiet von Fichtenau durch Zisterziensermönche die erste Wassermühle angelegt.
- 1376 wird Schöneiche als Schoneyke und Schoneyche erstmals urkundlich im Landbuch der Mark Brandenburg erwähnt.
16. und 17. Jahrhundert
1527 erhält die Witwe des Hans von Krummensee das Dorf Schöneiche mit allen Rechten als Witwensitz vom Kurfürsten Joachim I.. Zwei Jahre später wird die Familie von Krummensee mit dem Ort belehnt. Die Krummensees errichten das erste feste Haus, einen mit einer Feldsteinmauer umgebenen Rittersitz gegenüber der Kirche.
- 1655 Georg Grätz zieht von Seeberg nach Schöneiche.
Seit 1541 heißt der Ort in den Quellen Schöneiche. 1610 bestätigt Kurfürst Johann Sigismund die Belehnung der Krummensees in Person der Brüder Hans und Hartwich von Krummensee. Im Dreißigjährigen Krieg wird Schöneiche, anders als etwa das Nachbardorf Woltersdorf kaum in Mitleidenschaft gezogen.
1655 zieht Georg Grätz von Seeberg nach Schöneiche. Durch Einheiratung kommt er in den Besitz eines Bauernhofes, der heute das älteste erhaltene Bauernhaus und Heimatmuseum ist.
1690 müssen die Krummensees aus finanziellen Gründen (Folgen des Dreißigjährigen Krieges) Schöneiche verkaufen. Käufer ist "auf Widerruf" durch die Krummensees ihr Verwandter, der polnische und kursächsische General Christian Dietrich von Röbel auf Hohenschönhausen. Nach Aufzeichnungen des späteren Pfarrers Babick ist jedoch seine Frau Maria Ludmilla von Kupfer die Käuferin. Röbel scheint ein strenges Regiment zu führen, unter anderem untersagt er den Verkauf von Bier im Krug vor 16 Uhr (außer an Reisende) und nach 21 Uhr, wofür auch der Krüger haftbar gemacht würde. Auch verbietet er, Holz zu schlagen oder zu sammeln.
- 1691 Beginn der Ausbauarbeiten an der Schlosskirche Schöneiche. Bauherr: Christian Dietrich von Roebel
18. Jahrhundert
- 1725 Die Schlosskirche zu Schöneiche wird völlig neu im barocken Stil gestaltet.
- 1730 Der Raufutterspeicher wird während der Regentschaft von Friedrich Wilhelm I. errichtet
- 1759 Der Amtmann Puhlmann erwirbt am 29. Mai 1759 das Gut Schöneiche für einen Kaufpreis von 37.000 Taler
- 1765 Das Rittergut Schöneiche wird vom Friedrich Wilhelm Schütze erworben.
- 1771 Große deutsche Hungersnot. Die Kartoffel wird Hauptnahrungsmittel der Armen. Auch auf dem Gutshof Schöneiche wird die Kartoffel vermehrt angebaut.
- 1786 Die Söhne des Gutsbesitzers von Schöneiche, des geheimen Commerzienrath Friedrich Wilhelm Schütze werden von Friedrich Wilhelm II geadelt.
Da Hans Adam von Krummensee auf einen Rückkauf verzichtet, geht das Dorf 1701 endgültig in den Röbelschen Besitz über. Nach 2 Jahren im Besitz des Hake auf Rangsdorf erwirbt der Geheime Rat Severin Schindler das Gut Schöneiche. Er lässt schon ab diesem Jahr die Kirche erneuern, die im Stile des Barock ausgebaut wird und einen Turm bekommt.
Auch eine Schule lässt Schindler einrichten. 1726 stellt er mit Johann Friedrich den ersten Schulmeister für die 35 schulpflichtigen Kinder an. Zudem stiftet er eine wertvolle Bibliothek christlicher und erbaulicher Literatur, die der Pfarrer zu verwalten hat und die in der Schlosskirche aufgestellt wurde. Noch heute ist ein Drittel des Bestandes erhalten, darunter mehrere Bibeln aus dem 16. und 17. Jahrhundert mit Titelholzschnitten von Lucas Cranach.
1725 erlässt Schindler mehrer Verordnungen, unter anderem eine detaillierte Schulordnung und eine Armenverordnung, die das Betteln im Ort untersagte. 1730 richtet Schindler ein Waisenhaus ein. Nach seinem Tod (1737) und dem Tod seiner Witwe 1746 geht ein Großteil des beträchtlichen Vermögens in einer Stiftung zugunsten des Waisenhauses auf.
Zum Kapital gehört auch das Dorf Schöneiche. Jedoch verlegen die Kuratoren der Stiftung das Waisenhaus nach Berlin und veräußern das Dorf Schöneiche 1747 an den Bankier Segebarth.
1749 wird auf Anordnung von Friedrich II. ein Raufutterspeicher für die Kavallerie errichtet. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.
Die Witwe Ann Regina Segebarth verkauft Schöneiche 1753 an die ebenfalls verwitwete Auguste von Oerzen. Da diese 1756 ihren Zahlungsverpflichtungen nur zum Teil nachgekommen war, versuchte sie, Kapital aus den reichen Holzbeständen Schöneiches zu machen. Das missfällt jedoch der Vorbesitzerin, die das gerichtlich untersagen lässt. Daraufhin verkauft sie das Gut Schöneiche 1759 an den Amtmann Puhlmann. Am 7. Juli 1761 erwirbt der Hofbankier Friedrich Wilhelm Schütze, einer der reichsten Bürger Berlins, das Dorf Schöneiche. Schütze lässt ein neues Schloss errichten und einen Park anlegen.
Er lässt eine Wachsbleiche errichten, wo Kerzen hergestellt werden, die vor allem an den Berliner Königshof gehen, aber auch an die Königshöfe von Portugal, Spanien und Italien.
1760 setzt er gegen den Widerstand der Schöneicher die Aufteilung der Gemeinheiten (Weiden, Wiesen) durch, wobei der weitaus größere Teil ihm zufällt. 1794 stirbt Schütze. Er wird in der Schloßkirche bestattet, wo ihm Johann Gottfried Schadow ein Grabmal errichtet.
19. Jahrhundert
- 1800 Schöneiche zählt 219 Einwohner.
- 1834 Der Turm der Dorfkirche muss erneuert werden.
- 1877 Hermann Sirlisch wird der neue Direktor der Grundschule I. Im Jahr 1881 wird er von Hermann Roloff abgelöst.
- 1881 Hermann Roloff wird der neue Direktor der Grundschule I. Im Jahr 1925 wird er von Siegfried Karsch abgelöst.
20. Jahrhundert
- 1900 Schöneiche zählt ca. 400 und Fichtenau ca. 300 Einwohner.
- 1910 Im Frühjahr wurde mit den Bauarbeiten zur Schöneiche-Rüdersdorfer Straßenbahn begonnen. Die Strecke war 5,6 Kilometer lang und führte bis zum Bahnhof Berlin-Friedrichshagen, die Spurbreite betrug 1000 mm.
- 1912 Am 5. November 1912 wurde die Straßenbahn bis nach Kalkberge verlängert.
- 1928 Das Schloss Schöneiche wird von seinem letzten Besitzer Amtsrat Wrede an die Stadt Berlin verkauft
- 1929 Die Reichsparteischule der KPD Rosa Luxemburg wird in der Kurzen Straße 5/6 in Fichtenau eröffnet
- 1933 Mit der Machtübernahme durch die Nazionalsozialisten greift der Antisemitismus auch auf Schöneiche über. Die ca. 170 in Schöneiche lebenden Juden werden vertrieben. Die meisten von ihnen sterben in den KZs der Nazis.
- 1945 Der zweite Weltkrieg geht zu Ende. Schöneiche wird durch die russische Armee eingenommen (oder befreit).
- 1945 Siegfried Karsch wird der neue Direktor der Grundschule I. Im Jahr 1951 wird er von Hans Stoye-Balk abgelöst.
- 1949 Das Schloss Schöneiche wird abgerissen
- 1963 Hans Stoye-Balk wird der neue Direktor der Grundschule I. Im Jahr 1966 wird er von Alona Jedlhauser abgelöst.
- 1966 Alona Jedlhauser und Hannelore Laabs werden die neuen Direktoren der Grundschule I. Im Jahr 1971 werden sie von Marlen Tochtenhagen abgelöst.
- 1971 Marlen Tochtenhagen wird der neue Direktor der Grundschule I. Im Jahr 1978 wird sie von Egon Barke abgelöst.
- 1978 Egon Barke wird der neue Direktor der Grundschule I. Im Jahr 1982 wird er von Gerhard Schwellnus abgelöst.
- 1982 Gerhard Schwellnus wird der neue Direktor der Grundschule I.
- 1996 Am 22. Juni 1996 wird Heinrich Jüttner Bürgermeister von Schöneiche.
- 1997 Der Raufutterspeicher wird restauriert.
20. Jahrhundert
- 2002 Der Raufutterspeicher wird für Besucher neu eröffnet.
- 2004 Bernd Fritz wird der neue Direktor der Grundschule I.
- 2006 Am 19. Juni 2006 hat der Künstler Gunter Demnig Stolpersteine in der Goethestraße verlegt.
Siehe auch
Schöneiche, Übersicht vorhandener Artikel
Quelle
- Wikipedia
- Christina Felber, I. Jerratsch, H. Martini: Schöneiche bei Berlin – eine Chronologie durch die Geschichte; Schöneiche, 2000
